Wien 2003 — eine folgenreiche Begegnung

Kurz nach unserer Begegnung in Wien wurde Dr. Beatus Urassa zum Superior seiner Priestergemeinschaft ALCP/OSS gewählt.
Rev. Dr. Beatus Urassa

Nach einem langen Spaziergang in den Weinbergen bei Wien hatten meine Frau Gudrun und ich einen freien Tisch in einer der „Heurigen“ gefunden, der allerdings ein Schild „reserviert“ trug. Als wenig später ein Ehepaar mit einem Schwarzen erschien hatten die aber nichts dagegen, wenn wir an ihren Tisch sitzen blieben; im Gegenteil, schon bald entspann sich eine angeregte Unterhaltung, in deren Verlauf wir die Käseplatte und die Weinkrüge teilten und uns unser woher und wohin erzählten.

So wurde aus dem Schwarzen Dr. Beatus Urassa, ein katholischer Priester aus Tansania. Er war, viele Jahre nachdem sein Studium von einer Dame aus Wien finanziert worden war, nun endlich nach Wien gekommen, um sich bei ihr zu bedanken. Sie war aber inzwischen verstorben und so hatte die Tochter den überraschenden Besucher zu einem Abend in die Weinberge um Wien eingeladen. Zum Abschied gab ich Dr. Urassa meine Karte und lud ihn ein, uns in Stuttgart zu besuchen.

Stuttgart, im Februar 2004

Bei seinem zweiten Besuch in Stuttgart stellte uns Vater Beatus die Idee vor, eine kleine Ausbildungsstätte für mechanische Berufe aus Karanzi, einem Dorf im Hinterland von Sanya Juu an die Nationalstraße zu verlagern, wo sie mehr Geschäft akquirieren und so den Schulbetrieb finanzieren könnte. Das schien ein überschaubares Projekt zu sein und ich versprach „die zweite Hälfte“ der Projektkosten zu übernehmen. Dazu gab ich ihm einen Brief mit, in dem ich die Verdopplung aller von im eingeworbenen Spenden versprach. Die ersten Spender waren die Vinzentinerinnen aus Köln. So konnten die Arbeiten beginnen.