Hilfe kommt von vielen Seiten

Acht der elf Schülerinnen der ersten Schneidereiklasse haben sich für dieses Bild von Peter Zoth, vor dem Klassenzimmer aufgestellt.
Schneidereischülerinnen

Schon vor der Reise hatte ich Kontakt mit dem Auswärtigen Amt aufgenommen um das Projekt dort mal vorzustellen und um Hilfe zu bitten. Zum einen wurde mir eine Verbindung zum Senior Expert Service gezeigt, und anderen ein Kontakt zum deutschen Botschafter in Daressalam hergestellt. So war klar, das Pater Beatus und ich versuchen würden dort hinsichtlich der Kleinprojekt-Förderung vorstellig zu werden. Und siehe da, wir waren erfolgreich. Der Botschafter, Dr. Herz, empfing uns überaus freundlich und lies sich von der Notwendigkeit des neuen Werkstattgebäudes überzeugen:

Letztes Jahr war der Schule ein Sammelsurium von 8 Nähmaschinen geschenkt worden. Dies war der Anlass Anfang des Jahres mit Hilfe einer "Usambara Schwester" als Lehrerin mit der Schneidereiausbildung zu beginnen. Eines der 4 Klassenzimmer wurde als kombinierter Werkstatt-Unterrichtsraum dafür eingerichtet. Gleichzeitig hatte eine andere Spende, von 25 Computern der Schule ermöglicht ein anderes Klassenzimmer als Computerraum auszustatten. Wenn nun aber nächstes Jahr der nächste erste Ausbildungs-Jahrgang hinzukommen soll, dann fehlt aber der Raum für die Theorieausbidlung der Automechaniker. Jetzt steht man vor der Entscheidung, einen neuen Jahrgang erst in 2 Jahren anzufangen wenn die erste kleine Ausbidugungsgruppe fertig ist, oder man braucht eben neue Räumlichkeiten.

Weitere gute Gründe für die eine Förderung sind der Umstand, dass dadurch besonders Frauen/Mädchen gefördert werden, und dass es derzeit fast nur möglich sein wird die ungenutzte, leerstehende Kapazität des Mädchenschlafsaals mit Schülerinnen für die Schneiderei besser zu nutzen. Denn obwohl die Automechaniker-Ausbidlung selbstverständlich auch Mädchen zur Verfügung steht, sind doch die weiteren Beschäftigungsmöglichkeiten für junge Frauen in diesem Beruf sehr schwierig. (Kaum ein Arbeitgeber ist mit Sanitäreinrichtungen für Frauen ausgestattet; von der sonstigen Sicherheit für Frauen ganz zu schweigen.)

Der Botschafter versicherte uns, dass er sich dafür einsetzen werde, dass wir aus den Kleinstprojektmitteln der Botschaft Anfang 2010 zwischen 8.000 und 10.000 Euro für den Bau eines Klassenzimmer-Werkstattgebäudes für die Schneidereiausbildung bekommen und gab uns gleich die entsprechenden Antragsformulare mit

Eine großartige Spende, 25 PC für den Computerraum

Die belgische Organisation "Close the Gap" und der Lyons Club Moshi haben auf Betreiben von Herrn Zoth nicht nur die Computer zur Verfügung gestellt, sondern auch noch die den Computerraum mit einer USV ausgestattet, und alle PCs konfiguriert. Die ALCP konnte einen Computer Trainer aus Arusha als Lehrer gewinnen, und nun kann das VTC nicht nur die neuen Ausbildungsanforderungen des Staates (Integration von Computer-Kenntnissen in den Lehrplan) erfüllen, sondern eigens PC Kurse anbieten, für die deutlich mehr bezahlt wird als für die sonstige Berufsausbildung.

Der Wasserturm

Obwohl das Schulgelände über einen Wasseranschluss verfügt, war von Anfang an der Wunsch da, über einen eigenen Brunnen zu verfügen. Denn das "öffentliche" Wasser ist teuer, es kommt mit einem sehr unregelmäßigen Wasserdruck, der in Spitzen die Leitungen zerreist, und es ist abzusehen, dass bei fortschreitender Bebauung der neuen Parzellen und dem Wachstum der Wohnbevökerung die Wasserversorgung an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen werde.

Schon 2008 war deshalb eine Bohrung vorgenommen worden. Auch eine Tauchpumpe war gespendet worden. Bei 80 Meter Tiefe war man auch tatsächlich auf Wasser gestoßen, aber es handelt sich um fluorhaltiges nicht trinkbares "Bitterwasser", das allenfalls zur Bewässerung der vielen gepflanzten Bäume verwendet werden kann (wegen der Aggressivität von Fluor nich mal zum Autowaschen). Da kein Geld für eine noch tiefere oder eine zweite Bohrung vorhanden ist, wurde das Brunnenloch zunächst nicht genutzt. Damit blieb das Kosten- und Wasserdruckproblem zunächst ungelöst. Nino, ein Volontär den die Diözese von Bozen schon mehrmals für Arbeitseinsätze in der Autowerkstatt entsandt hatte, und sein Freund Mario haben den Rotary Club in Trento, Italien, für eine Spendenaktion gewinnen können. Bei einer Sammelaktion anlässlich eines Vortrags von Pater Beatus im Mai 2009 in Trento kamen 5.000 Euro für den Wasserturm zusammen, die ich, wie versprochen, verdoppelt habe. So konnte nun sowohl das Brunnenloch als auch die Trinkwasserleitung an einen mit vier 5.000-Liter Tanks ausgestatteten Wasserturm angeschlossen werden.