Besuch im Dezember 2008 - zwischen Fortschritt und Überforderung

Ein weiterer Container mit Ausrüstung für die Werkstatt und einem LKW war von Dr. Anhof der Missio Bozen auf den Weg geschickt worden. Er sollte Ende November ankommen und deshalb war auch wieder der Südtiroler KFZ-Techniker Nino vor Ort geschickt worden, um die Sendung fachkundig in Empfang zu nehmen. Er hatte sogar noch einen Freund aus Italien, Mario Francesconi mitgebracht, einen pensionierten Ingenieur.

Als ich ankam, war der Container aber immer noch nicht eingetroffen und die beiden Senior Volontäre hatten sich vorwiegend um kleinere Verbesserungen und die Installation von bereits vorahndenem Gerät gekümmert. So war ja schon im letzten Jahr eine Reifenwechsel- und -auswuchtmaschine als Spende geliefert worden, die Nino nun in der hinteren Ecke der offenen Wagenhalle aufgebaut hatte.

Beim Rundgang durch den Werkstatthof kamen mir allerdings Bedenken, ob mit der Verteilung der Maschinen und Geräte der vorhandene Raum im Sinne eines Aufftragsdurchlaufs und des parallelen Ausbildungsbetriebs planvoll genutzt würde. Da ich ja selbst kein Fachmann für Werkstatteinrichtung bin, versuchte ich die sich mir aufdrängenden Fragen mit Nino und Mario zu besprechen. Es zeigte sich, dass den Installationen kein Ablaufplan  oder ein Nutzungskonzept des ganzen Werkstatthofes zugrundelag. Wir machten uns also an die Arbeit.

Eine Einbeziehung des Werkstattleiters Jonas John und des Ausbildungsleiters Samuel Mbunda war leider nicht möglich, zumal auch die von den Priestern vorgesehene Aufgabenverteilung zwischen deren beiden Funktionen keineswegs klar erschien. Außerdem war Jonas John gerade während meines Besuchs für 4 Wochen in Mombasa, wo er (durch Vermittlung der Daimler AG) bei D.T.Dobie (dem Generalimporteur für Mercedes in Kenia, Tansania und einer ganzen Reihe anderer Staaten) ein Praktikum in Werkstattorganisation machen konnte.

Nach vielen Diskussionen entwarfen wir drei Ausländer dann gemeinsam ein grobes Konzept über die Einteilung der Flächen. Die Dokumentation aber musste ich allein übernehmen. Sie konnte, nur teilweise fertig, erst nach meiner Rückkehr nach Deutschland in Form eines Email-Memos verfasst und zugeschickt werden. Um dann von den beiden verantwortlichen  Fachmännern vor Ort weiter ausgearbeitet zu werden.

Neben den Gesprächen mit Nino und Mario, versuchte ich mit Beatus und Father Dr. Mrema deren Vorstellungen über die weitere Entwicklung des Projektes zu klären. Was sollten die nächsten Baumaßnahmen sein, welchen finanziellen Beitrag kann die ALCP dazu leisten? Und nicht zuletzt wollte ich klären, wie die personelle Organisation des VTC aussehen sollte. Es stellte sich in diesen Gesprächen nach und nach heraus, dass die ALCP Africa außer der personellen Managementunterstützung von Dr. Urassa und Dr. Mrema und den Anstrengungen Spenden einzuwerben keinen eigenen finanziellen Beitrag leisten kann.