Januar 2006 - Stuttgart in Afrika

Bomangombe, im Januar 2006

Über eine staubige, sich um Felsbrocken und Schlaglöcher schlängelnde Piste erreichen wir bei unserem ersten Besuch das Schulgelände. Eine Wellblechhütte fürs Baumaterial, die Werkstatt und der Rohbau des Schulgebäudes stehen in der dürren Steppe. Stolz führen uns Beatus und Pater Mrema, Projektleiter und Fundraiser, in die Gebäude und über das Gelände. Begleitet werden wir von zwei Massai-Kriegern, die als Wachleute fungieren. Die Grenzsteine für das Gelände sind nicht auffindbar. Aber immerhin ist eine Wasserleitung verlegt, deren mit einem Vorhängeschloss gesicherter Wasserhahn langsam vor sich hin tröpfelt, Ausdruck der infrastrukturellen Vorbereitungen zur Erschließung des Areals.
Elektroanschlüsse zu verlegen lohne sich nicht, bevor nicht eine stabile Einfriedung vor nächtlichen Diebstählen schütze, wurden wir belehrt. Angesichts des Abstands zur restlichen Bebauung, mehr als ein Kilometer, sei aber auch ein Zaun kaum ein wirksamer Schutz, denn den könnte man ja schnell aufschneiden und dann mit dem Pickup reinfahren und holen was man suche. Es müsste also schon eine richtige Mauer sein. Es war klar, dass man nicht so recht wagte diesen Wunsch vorzubringen, denn was ließen sich nicht für herrliche Gebäude errichten, die zumal viel vorzeigbarer wären als so eine Mauer? Die Sicherung des Geländes schien also ein Flaschenhals für die weitere Entwicklung zu sein. Ich beschloss diese Baumaßnahme zu finanzieren. Die Einfriedung sollte zugleich den Anspruch auf das ganze Gelände dokumentieren, auch wenn absehbar war, dass es noch einige Jahre brauchen würde, bis die Schule es auch ausfüllen würde.

Aktion 50. Geburtstag

Anlässlich meines 50. Geburtstags wurde ich oft nach meinen Wünschen gefragt. Eine Spende für VTC Bomangombe - und ich lege den gleichen Betrag dazu. Diese Aktion brachte im Laufe des Sommers und Herbstes 2006 einen Finanzierungsbeitrag von über 32.000 Euro. Vielen Dank immer wieder!

Bomangombe, Sommer 2006

Die Mauer, 800 m lang, wird gebaut. Das erregt Aufsehen. Die Mauer ist ein Versprechen: hier entsteht etwas besonderes, etwas, das bleiben will. Es wird auch von Seiten der Behörden wahrgenommen, sie schicken ein Zeichen zurück: die Uhuru-Fackel macht Station im VTC Gelände (Mit Rücksicht auf die anreisenden Würdenträger entsteht dafür ein eher deplatziertes Toilettenhäuschen Marke Plumpsklo).

Die Uhuru Fackel

Gedenkmünze für die Uhuru-Fackel
© Rafael Bedia, Wikimedia Commons

Übersetzung aus der Tansania National Website, ganz unten:

Die Uhuru Fackel symbolisiert Freiheit und Licht. Sie wurde erstmals 1961 auf dem Gipfel des Kilimandscharo (5.890m ü.d.M.) entzündet. Symbolisch leuchtet sie über das Land und über die Grenzen um Hoffnung zu bringen wo Verzweiflung, Liebe wo Feindschaft und Respekt wo Hass ist. Alljährlich findet ein Staffellauf durch das Land statt, der an verschiedenen herausragenden Stätten Station macht.